Reformpaket der Koalition – Rückenwind für bezahlbaren Wohnungsbau
Für den Wohnungsmarkt enthält das neu vorgestellte Reformpaket von CDU, CSU und SPD zwei wichtige Signale: ein Bekenntnis zum bezahlbaren Neubau und eine Blockade der Idee, private Wohnungskonzerne zu verstaatlichen. Dass der Wohnungsbau im Koalitionsausschuss eine so prominente Rolle spielte, unterstreicht die Relevanz der Themen Bezahlbarkeit und Investitionssicherheit.
Für mehr Bezahlbarkeit soll eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft (WBG) gegründet werden. Diese soll den sozialen Wohnungsbau stärken und serielles Bauen im großen Stil voranbringen. Der Hebel liegt in der Finanzierung: Da der Staat hoch kreditwürdig ist, kann die WBG günstige Konditionen über hohe Auftragsvolumina an private Bauunternehmen weitergeben und deren Finanzierungskosten senken. Flankierend soll auch den Banken die Kreditvergabe erleichtert werden, um mehr Menschen den Weg zu Wohneigentum zu ebnen.
Die zweite Stoßrichtung sichert privates Kapital ab: Der Bund will Verstaatlichungen privater Wohnungsunternehmen auf Landesebene (wie aktuell in Berlin diskutiert) per Gesetz unterbinden. Banken warnten zuvor, dass solche Debatten den Standort gefährden, da internationale Investoren andernfalls weniger Kapital bereitstellen würden.
Quelle: Zeit Online
Inflation im Euroraum fällt deutlich – die EZB gewinnt Zeit
Der Preisdruck im Euroraum lässt spürbar nach: Im Juni stieg die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 2,8 % und lag damit erstmals seit Monaten wieder unter der wichtigen 3%-Marke. Wesentlicher Treiber dieser Entspannung sind die zuletzt gesunkenen Energiepreise nach einer Beruhigung im Nahen Osten. In Deutschland fiel die Inflation nach europäischer Berechnungsmethode (HVPI) auf 2,4 %.
Mit dem nachlassenden Preisdruck dürfte die Notenbank nun mehr Zeit haben, die Lage zu beurteilen – eine weitere Straffung der Zinsen bereits im Juli wird damit unwahrscheinlicher. Ob die Prognosen dauerhaft in Richtung der Zielmarke von 2,0 % drehen, bleibt jedoch offen.
„Angesichts des jüngsten Rückgangs der Energiepreise ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass zumindest die Prognosen für die Gesamtinflation plötzlich einen Wert unter 2 % für das Jahr 2027 anzeigen könnten.“
– Carsten Brzeski, ING-Chefökonom
Solange die Kerninflation jedoch nicht nachhaltig nach unten korrigiert wird, dürfte einer weiteren Zinserhöhung im Jahr 2026 nach Einschätzung von Experten kaum etwas im Weg stehen.
Quelle: Handelsblatt, Börsen-Zeitung
„Gewerbe zu Wohnen“: Neues Förderprogramm gestartet
Aus leerstehenden Büros und Gewerbeflächen soll neuer Wohnraum werden: Zum 1. Juli 2026 ist das Bundesförderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“ offiziell gestartet. Das Bauministerium stellt dafür in diesem Jahr 300 Millionen Euro bereit. Investorinnen und Investoren – von selbstnutzenden Privatpersonen bis zu Gesellschaften – können für jede durch Umnutzung neu geschaffene Wohneinheit einen Zuschuss von bis zu 30.000 Euro beantragen, der nicht zurückgezahlt werden muss.
Gefördert werden bis zu 30 % von maximal 100.000 Euro förderfähigen Ausgaben pro Wohneinheit (z. B. für Grundrissänderungen oder den Innenausbau). Voraussetzung ist eine Sanierung mindestens auf das energetische Niveau „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“. Das Potenzial in den Städten ist erheblich, allerdings bleiben hohe Baukosten und aufwendige Umbauten weiterhin eine Hürde.
Quelle: Haufe, Handelsblatt
Kaufen oder mieten? Postbank Wohnatlas sieht Kauf vielerorts im Vorteil
Der Wohnungskauf hat sich gegenüber der Miete zuletzt spürbar verbilligt: In 284 von 400 untersuchten Kreisen und Städten ist der Kauf einer Bestandswohnung im Vergleich zur Miete attraktiver geworden. Der Grund: Die Nettokaltmieten stiegen inflationsbereinigt im Schnitt um 2,2 %, während die Kaufpreise real nur rund 0,6 % zulegten.
Als besonders attraktiv gelten Regionen mit moderaten Kaufpreisen und gleichzeitig guten Aussichten auf reale Wertsteigerungen bis 2035 – dies betrifft überwiegend das Umland der Metropolen. Für Käufer bleibt der detaillierte Blick auf die Lage entscheidend.
Quelle: Haufe / Postbank Wohnatlas