← Zurück zur aktuellen Übersicht
Archiv: Ausgabe 26 / 2026

Finanz- & Immobilienmarkt: Rückblick

Wirtschaftsweisen senken Konjunkturprognose – Zinserhöhung wahrscheinlich

Ein Durchbruch in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran lässt weiter auf sich warten. Damit bleibt die Lage am Persischen Golf fragil und die für den Schiffsverkehr kritische Straße von Hormus kaum passierbar. Das hat spürbare Folgen für die deutsche Wirtschaft: Die Wirtschaftsweisen haben in ihrem Frühjahrsgutachten die Wachstumsprognose für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf 0,5 % für dieses und 0,8 % für das kommende Jahr gesenkt. Zudem wird eine Beschleunigung der Inflation auf rund 3 % prognostiziert.

Immerhin gibt es positive Signale für den privaten Wohnungsbau: Infolge staatlicher Nachfrage erwartet der Sachverständigenrat bei den Bauinvestitionen ein leichtes Wachstum von 1,1 %.

Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise auf eine Leitzinsanhebung der Europäischen Zentralbank (EZB), um dem anhaltenden Inflationsdruck durch den Iran-Konflikt entgegenzuwirken. Die EZB strebt eine Zielmarke von 2,0 % an.

„Wenn wir nach dem Sommer immer noch über eine Sperrung der Straße von Hormus sprechen, werden wir auch über höhere Ölpreise sprechen und dann wird auch eine zweite Zinserhöhung sehr wahrscheinlich.“
– Carsten Brzeski, ING-Chefvolkswirt
Quelle: Tagesschau, Handelsblatt

Instant-Baufi: Baufinanzierung in 30 Minuten

Die Interhyp Gruppe führt in Kooperation mit der ING einen neuen digitalen Prozess für Immobilienfinanzierungen ein. Kunden, die einen Finanzierungsantrag für eine Bestandsimmobilie stellen, erhalten innerhalb von maximal 30 Minuten eine rechtsverbindliche Kreditentscheidung.

Der Prozess basiert auf einer vollautomatisierten Bonitäts- und Objektdatenprüfung sowie einer digitalen Bestätigung der Antragsdaten. Für Sie als Kunden bleibt der persönliche Berater weiterhin der zentrale Ansprechpartner, der den Antrag vorbereitet und die digitale Prüfung anstößt. Das System soll künftig über die Plattform baufi.NOW für weitere Kreditgeber geöffnet werden.

Quelle: LinkedIn Jörg Utecht, IT Finanzmagazin

Wohnungsbau 2025 spürbar rückläufig – Fertigstellungsdauer steigt

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit 2012 nicht mehr. Nach Daten des Statistischen Bundesamts wurden lediglich 206.000 neue Einheiten gebaut – ein Rückgang von 18 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark traf es den Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern durch Privatpersonen (-23,7 %).

Gleichzeitig verlängerte sich die durchschnittliche Dauer von der Baugenehmigung bis zur Fertigstellung auf 27 Monate (2020 waren es noch 20 Monate). Dem soll die frisch verabschiedete Novelle des Baugesetzbuchs entgegenwirken: Sie soll die Bauplanung in Deutschland durch konsequente Digitalisierung und verkürzte Verfahren spürbar schneller, schlanker und flexibler gestalten.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Handelsblatt

EH55-Plus-Förderung wird offiziell verlängert

Gute Nachrichten für angehende Bauherren: Die EH55-Plus-Förderung für den Neubau und Ersterwerb wird über die ursprüngliche Befristung hinaus verlängert. Nach Aussagen des Bundesbauministeriums soll das Programm nun so lange gelten, bis die bereitgestellten Fördermittel vollständig ausgeschöpft sind.

Von den ursprünglich 800 Millionen Euro befinden sich aktuell noch rund 550 Millionen Euro im Topf. Das Programm bietet zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit. Für das kommende Jahr ist zudem eine grundlegende Vereinfachung der Förderlandschaft geplant, bei der jeweils nur noch ein zentrales Programm für den Neubau und den Bestand existieren soll.

Quelle: ZIA, Deutschlandfunk, Handelsblatt+